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Immobilienmarkt NRW 2024: Mehr Verkäufe, aber kein einheitliches Preisbild

  • Autorenbild: ValueScope Immobilienbewertung
    ValueScope Immobilienbewertung
  • 14. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Der Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen war 2024 wieder deutlich aktiver. Die Zahl der Kauffälle stieg auf 113.144, der Geldumsatz auf 40,72 Milliarden Euro. Trotzdem zeigen die Zahlen kein einheitliches Preisbild: In manchen Teilmärkten stiegen die Preise, in anderen blieben sie stabil oder gaben leicht nach. Dazu kommen starke regionale Unterschiede. Wenn du Marktdaten richtig lesen willst, solltest du deshalb nie nur auf die Landeszahl schauen, sondern immer auch auf Teilmarkt und Region.


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Immobilienmarkt NRW 2024: Mehr Verkäufe, aber kein einheitliches Preisbild


2024 ist der Markt in Nordrhein-Westfalen wieder deutlich aktiver geworden. Wenn du wissen willst, ob sich der Markt nur bewegt hat oder ob sich auch Preise klar verändert haben, musst du genauer hinsehen. Die Zahl der Verkäufe ist gestiegen. Der Geldumsatz ist ebenfalls gestiegen. Beim Preisbild ist die Lage aber je nach Teilmarkt unterschiedlich. Immobilienmarkt NRW 2024.


Der Markt hat wieder spürbar angezogen


Im Jahr 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen 113.144 Kauffälle registriert. Dazu kommen 40,72 Milliarden Euro Geldumsatz und 156,02 Quadratkilometer umgesetzte Fläche. Gegenüber dem Vorjahr waren das rund 15.000 Kauffälle mehr. Der Geldumsatz lag um rund 5,58 Milliarden Euro höher.

Das zeigt vor allem eins: Es wurde wieder mehr gehandelt. Nach dem starken Rückgang im Vorjahr hat sich der Markt also belebt. Wenn du eine Entwicklung einschätzen willst, reicht diese erste Gesamtzahl aber nicht aus. Sie sagt dir nur, dass mehr Abschlüsse stattgefunden haben. Sie sagt dir noch nicht, in welchen Marktsegmenten sich Preise wirklich bewegt haben.


Mehr Umsatz heißt nicht automatisch höhere Preise


In fast allen Teilmärkten sind sowohl die Zahl der Kauffälle als auch der Geldumsatz gestiegen. Zwei Ausnahmen stechen heraus: Bei Baugrundstücken für Gewerbe und Industrie stieg die Zahl der Kauffälle nicht mit. Beim Geldumsatz war der Teilmarkt für den Geschosswohnungsbau die Ausnahme.

Auch beim Preisbild gibt es keine einheitliche Richtung. Bei bebauten Grundstücken gingen die Preise leicht zurück. Bei unbebauten Baugrundstücken für den Geschosswohnungsbau blieben die Preise stabil. Bei unbebauten Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau sowie bei Baugrundstücken für Gewerbe und Industrie gab es dagegen Preissteigerungen.

Für deine Einordnung ist das wichtig: Mehr Verkäufe bedeuten nicht automatisch steigende Preise. Ein aktiverer Markt kann auch mit stabilen oder leicht sinkenden Preisen zusammenfallen.


So unterscheiden sich die wichtigsten Teilmärkte


Bei den unbebauten Baugrundstücken stieg die Zahl der Kauffälle um 13 Prozent. Der Geldumsatz legte um 7 Prozent zu. Besonders deutlich war der Anstieg beim individuellen Wohnungsbau. Dort wuchs der Geldumsatz um 19 Prozent. Die Preise für diesen Teilmarkt erhöhten sich im Landesdurchschnitt leicht um 2 Prozent. Gleichzeitig war die Spannweite regional groß und reichte von minus 9 bis plus 5 Prozent. Auch gewerblich nutzbare Baugrundstücke für Gewerbe und Industrie verteuerten sich leicht, und zwar um 4 Prozent.

Bei den bebauten Grundstücken nahm die Zahl der Kauffälle insgesamt um 14 Prozent zu. Der Geldumsatz stieg ebenfalls, und zwar um 16 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern lag der Geldumsatz landesweit 17 Prozent über dem Vorjahr, während die Preise im Durchschnitt um 1 Prozent sanken.

Bei Eigentumswohnungen nahm die Marktaktivität ebenfalls zu. Die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen stieg um 16 Prozent. Der Geldumsatz legte um 20 Prozent zu.


Die Landeszahl ist nur der Anfang


Sobald du auf Städte, Kreise, Regierungsbezirke oder Regionen schaust, wird das Bild deutlich feiner. Bei unbebauten Baugrundstücken entfielen 1.006 Kauffälle auf kreisfreie Städte und 5.304 auf Kreise. Bei bebauten Grundstücken lag die Zahl bei 17.892 in den kreisfreien Städten und bei 37.790 in den Kreisen. Beim Wohnungs- und Teileigentum war es umgekehrt: Hier lagen die kreisfreien Städte mit 25.617 Kauffällen vor den Kreisen mit 21.182.

Auch zwischen den Regierungsbezirken gibt es spürbare Unterschiede. Der Anteil unbebauter Baugrundstücke an allen Kauffällen eines Bezirks war in Detmold mit 10 Prozent am höchsten. Am niedrigsten lag er in Düsseldorf mit 3 Prozent.

Noch klarer werden die Unterschiede auf regionaler Ebene. Im Teilmarkt der unbebauten Baugrundstücke stieg die Zahl der Kauffälle in der Region Bonn um 44 Prozent. In Ostwestfalen-Lippe lag das Plus bei 29 Prozent, in der Region Düsseldorf bei 22 Prozent. Gleichzeitig gab es auch Rückgänge: In der Bergisch/Märkischen Städteregion sank die Zahl der Kauffälle um 14 Prozent, im Sauer- und Siegerland um 9 Prozent. Beim Geldumsatz desselben Teilmarkts lagen die Ausschläge noch weiter auseinander. In der Region Bonn ging er um 43 Prozent zurück, in der Region Düsseldorf stieg er um 94 Prozent.


Was du bei solchen Marktzahlen beachten solltest


Die Zahlen beruhen auf registrierten Kaufverträgen aus dem gewöhnlichen Geschäftsverkehr. Fälle mit persönlicher oder ungewöhnlicher Beeinflussung bleiben außen vor. Das gilt auch für Paket- und Portfolioverkäufe sowie für Grundstücke, die im Rahmen von Unternehmensverkäufen gehandelt wurden.

Dazu kommt ein zweiter Punkt: Die Daten sind bewusst verallgemeinert. Sie zeigen also das Marktverhalten in einer zusammengefassten Form. Außerdem lagen zum Redaktionsschluss in Einzelfällen unvollständige Angaben vor. Deshalb beziehen sich Prozentvergleiche zum Vorjahr nicht zwingend auf exakt dieselben Meldungen wie im Vorjahr.

Für dich heißt das: Die Zahlen sind sehr nützlich für die Einordnung des Marktes. Für eine konkrete Lage vor Ort musst du aber immer genauer in den passenden Teilmarkt und in die passende Region schauen.


Vereinfachtes Beispiel


Stell dir vor, du schaust nur auf die Landesebene. Dann wirkt 2024 klar wie ein Aufschwung: rund 15.000 Kauffälle mehr und rund 5,58 Milliarden Euro mehr Geldumsatz als im Vorjahr.

Sobald du aber nur den Teilmarkt der unbebauten Baugrundstücke ansiehst, wird das Bild differenzierter. Landesweit stieg die Zahl der Kauffälle. In einzelnen Regionen lief es trotzdem sehr unterschiedlich. In der Region Bonn legte die Zahl der Kauffälle stark zu. In der Bergisch/Märkischen Städteregion ging sie dagegen zurück.

Genau deshalb solltest du Marktdaten immer in drei Schritten lesen: erst den Gesamtmarkt, dann den Teilmarkt, dann die Region.


Mini-Checkliste

  • Trenne immer Kauffälle, Geldumsatz und Preise.

  • Lies nicht nur den Gesamtmarkt, sondern auch den passenden Teilmarkt.

  • Prüfe, ob Städte, Kreise oder Regionen unterschiedlich laufen.

  • Nimm Prozentwerte als Vergleich zum Vorjahr, nicht als alleinige Aussage über das Preisniveau.


Mini-Glossar

  • Kauffälle: Anzahl der registrierten Verkaufsfälle.

  • Geldumsatz: Umsatz des Marktes in Euro.

  • Flächenumsatz: umgesetzte Grundstücksfläche.

  • Teilmarkt: abgegrenzter Marktbereich, zum Beispiel unbebaute Baugrundstücke oder Wohnungs- und Teileigentum.


Merke

  • 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen deutlich mehr Kauffälle registriert als im Vorjahr.

  • Auch der Geldumsatz ist klar gestiegen.

  • Das Preisbild war nicht einheitlich, sondern je nach Teilmarkt verschieden.

  • Regionale Unterschiede bleiben groß, selbst wenn der Landesmarkt insgesamt zulegt. Quelle: https://www.boris.nrw.de/boris-nrw/?lang=de

 
 
 

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